Jeder wie er will – analog vs. digital

annaschmidt-berlin.com_analog-vs-digital_pixabayEin kleines Mädchen sitzt unter einem Tisch und schneidet gedankenverloren in einem alten Werbekatalog Figuren aus, die es immer wieder neu arrangiert und damit spielt. Ein anderes Kind sitzt gemütlich in der Sofaecke und versucht auf seinem Tablet vier gleichfarbige Spielsteine in eine Reihe zu bekommen, um den nächsten Level zu erreichen. Beide Kinder tun unterm Strich das gleiche – sie spielen. Die eine Frau schreibt eine Geburtstagskarte per Hand, eine andere schreibt zum Geburtstag eine E-Mail, der sie ein schönes Bild anhängt. Auch sie vollziehen die gleiche Handlung – das Schreiben. Der eine Mann hat einen dicken Schmöker vor sich liegen und ist glücklich, dass er bald mit Seite 426 die Mitte des Buches erreicht hat, der andere hat die Schrift auf seinem eBook-Reader groß gestellt, weil er eigentlich zu müde zum Lesen ist, der Inhalt ihn aber nicht loslässt. Im Mittelpunkt steht das Lesen. Drei gleichwertige Handlungen werden ausgeführt, die sich allein in der Art unterscheiden, ob sie analog, also direkt, oder digital, mittels Elektronik, bewerkstelligt werden. Soweit ist alles in Ordnung, bis man zu der Frage kommt, was besser ist.

Besser oder schlechter ist in diesem Zusammenhang eher die falsche Frage, weil es keine klare Antwort geben kann. Es ist eher eine Frage des Weges, eine Handlung zu erlernen und dafür elektronische Hilfsmittel einzusetzen. Hinzu kommt die Verhältnismäßigkeit zu den Möglichkeiten, die sich daraus ergeben. Kinder haben es beispielsweise leichter, die Uhrzeit mittels digitaler Zahlen zu lernen. Ganz verstehen tuen sie die 12-Stunden-Taktung unserer Uhrzeit jedoch erst sehr viel später. Kinder, die einen geduldigen Erwachsenen neben sich haben, der sich die Mühe macht, mit ihnen als erstes die analoge Uhr zu lernen, haben schneller die Möglichkeit das System der 12 Stunden, Vormittag, Nachmittag, Tag und Nacht zu begreifen. Ein beliebtes Beispiel ist immer wieder die Mathematik: Wenn ich das
Prinzip der Kaufmannsrechnung begriffen habe, kann ich auch verstehen, was mein Taschenrechner eigentlich macht. Natürlich ist der Taschenrechner vordergründig der weitaus bequemere Weg, zur Lösung zu kommen, nimmt dem Kopf den Denkprozess jedoch ab und ist somit letztlich kontraproduktiv.

Es ist wichtig, jegliche Handlung, die für uns eine Rolle spielt, auf konventionelle Weise zu erlernen, um verstehen zu können, was elektronische Hilfsmittel uns abnehmen und erleichtern können. Ist dieses Verstehen die Basis sie einzusetzen und bin ich in der Lage auch ohne sie auszukommen, kann ich die Vorzüge, die sich daraus ergeben in vollem Maße einsetzen und ausschöpfen. Gerade dies gilt ganz speziell für das kindliche Lernen. Erst muss das „Was und Wie“ gelernt werden, bevor das „Wie geht‘s leichter“ genutzt werden kann. Und genau an diesem Punkt machen viele Erwachsene heute einen entscheidenden Fehler: Was von der elektroniklosen Kindergeneration in vielen Jahren bis heute erlernt werden konnte, lernen Kinder heute in einem Tempo, dem Erwachsene kaum mehr standhalten können. Kinder müssen heutzutage wissen, wie ein Computer, ein Tablet, ein Smartphone funktioniert. Vor dem steht jedoch das Begreifen, was diese Geräte können und uns ermöglichen. So können sie, sinnvoll eingesetzt, eine große Ergänzung des konventionellen Lernens sein. Kinder spielen und lernen heute anders und eine Welt ohne elektronische Geräte wird es nie wieder geben.

Hier kommt die Verhältnismäßigkeit ins Spiel: Ein Kind, das im Dialog mit den Eltern den Umgang mit Smartphone und Co. erlernt, ist sicher. Es weiß, was es tut, kennt Internet-Fallen, kann offen mit Eltern kommunizieren, was es beschäftigt. Ein Kind, das alleine gelassen die Geräte erforscht, drückt schnell einen falschen Button oder kennt keine zeitlichen Grenzen bzw. den Aus-Schalter der Geräte. Aufmerksame Eltern erlauben und begleiten den Umgang mit den Geräten, sorgen aber gleichzeitig für genügend Ausgleich in der Natur, beim Sport oder bei Freunden. Ein gut geschultes Kind weiß, dass die Milch von der Kuh und nicht aus der Destillationsanlage kommt, es aber im Internet alles über das Thema „Milch“ für das nächste Schulreferat findet.

Erwachsene haben es da schon einfacher. Sie hatten keine andere Wahl, als alles Wissen von der Pike auf zu erlernen. Ein Taschenrechner war für die 60er Jahrgänge schon ein Luxus, doch durfte wenn überhaupt nur der Rechenschieber im Unterricht benutzt werden. Computer und Co. nahmen erst Mitte der 80er Jahre ihren Feldzug durch die Gesellschaft auf. Was heute selbstverständlich ist, war früher kaum denkbar und noch immer gibt es Anhänger der „Irgendwann-ist-das-Internet-kaputt!“-Fraktion. Ist es nicht und kaum ein Lebensbereich ist nicht von Apps, Internetseiten und elektronischen Hilfsmittel frei. Aber – wir haben die Wahl. Ist der Eierkocher bequemer als das punktgenaue Kochen des Frühstücksei‘s im Kochtopf, trockne ich die Haar mit dem Föhn oder warte ein paar Minuten bis sich die Sache von selbst erledigt hat. Verlasse ich mich auf die Pünktlichkeit meines Kindes zum Abendessen oder kontrolliere ich rund um die Uhr, wo es sich aufhält via Smartphone-App. Tätige ich eine Überweisung online oder werfe ich den Überweisungsträger in den Briefkasten der Bank. Viele administrative Bereich kommen ohne Elektronik überhaupt nicht mehr aus. Einen Flug buchen, einen Termin beim Amt bekommen, die Lichtanlage des PKWs reparieren … dumm, wenn die konventionelle Art der Erledigung unmöglich bzw. schwer gemacht wird.

Sicherlich, wir haben durch den Einzug der Elektronik in unser Leben viel Nostalgisches verloren. Wir haben aber auch sehr viel gewonnen – was man schlicht Fortschritt nennt. Die Weltgeschichte hat sich nie rückwärts entwickelt, weshalb wir keine Wahl haben, als uns diesen Dingen zu stellen. Allein das Maß dessen, was wir mitmachen, bestimmen wir, tragen es mit oder schließen uns bewusst in manchen Prozessen aus. Die Welt ist in unser Wohnzimmer gekommen und so sind es neue Erfordernisse, die wir – gleichgültig ob Kind oder Erwachsener lernen müssen. Wir müssen Nachrichten in einer nie da gewesenen Fülle aushalten, sortieren und selektieren. Den Umgang mit Information ganz neu erlernen, sehen aber auch Teile der Welt, die uns bisher verschlossen waren. Wichtig geworden ist der Umgang mit persönlichen Daten, der Wahl der Informationsquellen, der Art und Weise wie wir kommunizieren und vieles mehr. Ausnahmslos jeder hinterlässt digitale Spuren, allein als Steuernummer oder Bankkunde … jede einzelne Spur ist eine Art Visitenkarte. Wie die aussieht – analog oder digital – haben nur wir selber in der Hand – löschen lässt sie sich nur schwer!

Ein Beitrag aus dem Magazin „Im Mittelpunkt“
des Stadtteilzentrum Steglitz e.V.
Erhältlich im iTunes-Store oder hier als interaktives Pdf

Es kam ganz anders …

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Wir waren bestens vorbereitet: In den Wochen vorher wurde überlegt, geplant, alle Eventualitäten durchgesprochen. Informationsmaterial wurde ausgedruckt, zusammengestellt, Pressemappen vorbereitet. Einladungen an Politik, Presse und AnwohnerInnen formuliert, verschickt und verteilt. Alle freiwilligen HelferInnen für den Tag waren eingeteilt, gebrieft und standen pünktlich bereit und auch das Wetter war mit strahlendem Sonnenschein mit von der Partie. Um 10.30 Uhr standen die MitarbeiterInnen von der MILaa gGmbH und dem Stadtteilzentrum Steglitz e.V. auf dem Gelände, dass in den Monaten vorher bebaut und eingerichtet wurde. An dem Tag wurde offiziell der symbolische Schlüssel übergeben, damit die ersten neuen BewohnerInnen bald einziehen können. Das sechste neu gebaute Containerdorf für Flüchtlinge in Berlin war fertig. Auf den Einladungen stand „Tag der offenen Tür!“

Zwei Termine standen im Zeitplan. Am Vormittag der Termin für Politik und Presse und am Nachmittag für alle umliegenden AnwohnerInnen. Sie sollten sich alles anschauen und ein Bild von der Anlage machen können, besonders aber Fragen stellen, Bedenken äußern und Unsicherheiten sollten ausgeräumt werden. Schon im Dezember 2014 hatte das Stadtteilzentrum zu zwei Anwohner-Veranstaltungen eingeladen und dabei festgestellt, dass Information und Transparenz ein guter Weg sind, eine neue Wohnanlage für Flüchtlinge in der Nachbarschaft zu integrieren. So standen wir wieder bereit an unseren Informationsständen. Die Liste der offiziellen VertreterInnen konnte sich sehen lassen: Giesela Netzeband – Geschäftsführerin der MILaa gGmbH, Wolfgang Keller – der neue Einrichtungsleiter, Veronika Mampel – Koordination Flüchtlingsarbeit des Stadtteilzentrum Steglitz e.V., Thomas Mampel – Geschäftsführer des Stadtteilzentrum Steglitz e.V., Jan Dreher – kaufmännischer Vorstand der Ev. Diakonieverein Berlin-Zehlendorf e.V., Detlef Cwojdzinski – Leiter der Task Force, Lageso, Regina Kneiding – Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales, Margitta Gonther – Projektleiterin, Herstellerfirma ALGECO, Petra Berndt – Dipl.-Ing. Architektin, Task Force, Lageso und Norbert Kopp – Bezirksbürgermeister Steglitz-Zehlendorf standen für die Eröffnung und Fragen der Presse bereit. Es waren herzliche Worte, bei denen allen Sprechern die Erleichterung anzumerken war, dass es hier an diesem Standort nun losgehen konnte. Unter welchem Gedanken, das Haus stehen soll, sprach Gisela Netzeband für alle Anwesenden aus „Hier ist ein Haus mit Seele entstanden!“

Künftig werden hier bis zu 300 Flüchtlinge leben, die einen besonders schutzbedürftigen und traumatisierten Status haben. In welcher Zusammensetzung, ob Familien, alleinstehende Eltern oder Einzelpersonen, wird sich erst mit der Zeit zeigen. Die MILaa gGmbH ist die Betreiberin der Anlage, eine 100 prozentige Tochtergesellschaft der Ev. Diakonie Berlin-Zehlendorf e.V.. Der soziale Partner ist das Stadtteilzentrum Steglitz e.V., das vorrangig die Koordination der ehrenamtlichen Arbeit, die Willkommenskultur, Vernetzung im Stadtteil und der Integration in bestehende Strukturen zur Aufgabe hat. Für beide Träger eine Herausforderung, der sie optimistisch entgegen sehen, haben beide fundierte, langjährige Erfahrungen in allen angesprochenen Bereichen. In diesem Sinne werden sie eng kooperieren, die „Seele“ des Hauses pflegen und die Menschen, die Hilfe benötigen, bestmöglich begleiten.

Der offizielle Teil war abgeschlossen, einzelne Gespräche ergaben sich und die HelferInnen hatten sich gedanklich auf eine Pause eingestellt. Es kam ganz anders … einzelne BesucherInnen kamen statt um 15.00 Uhr, wie erwartet, schon am späten Vormittag. Bei Einzelnen blieb es nicht, denn es wurden immer mehr. Ursprünglich war geplant, diesen Tag den AnwohnerInnen vorzubehalten. Jetzt wurde klar, dass durch die Medien die Einladung für offiziell erklärt worden war. So wurde kurz umdisponiert, die Türen standen offen und die Besucher kamen zahlreich. Wie zahlreich, haben wir zum Glück vorher nicht gewusst. Wir hatten, beeinflusst durch den Nachrichtenfluss der letzten Wochen, gut überlegt, ob es eine offizielle Veranstaltung werden sollte. Die Bedenken, die falschen Gäste zu haben waren groß, weshalb wir die geladene Form vorzogen. Nun war uns die Entscheidung aus der Hand genommen.

Die Stunden bis zum Abschluss der Veranstaltungen werden wir alle nicht mehr vergessen. Etwa eintausend BesucherInnen kamen – interessiert, neugierig und Anteil nehmend. Familien mit Kindern, ältere Paare, junge Leute. Alle vornehmlich mit einer Frage: „Wie können wir helfen!“ – es war einfach überwältigend. Mit wenigen kritischen Ausnahmen, stand insbesondere der Wunsch im Vordergrund zu wissen, wie hier geholfen wird, die Hilfe organisiert wird und wie man sich einbringen kann. Die Liste der an Ehrenamt interessierten füllte sich in Windeseile. Oft kam das Angebot mit Spielzeug zu helfen, einige Ärzte boten sich an, benachbarte Vereine bekundeten Interesse, ein Benefizkonzert wurde angedacht … um nur wenige Beispiele zu nennen. Und schließlich, trotz dessen wir gut vorbereitet waren, ging uns später das Infomaterial zur Neige. Diese positive Resonanz hat uns ungemein gefreut und sie zeigt ganz deutlich, was für eine gute Wahl dieser Standort war. Die Anwohner sind offen, interessiert und bereit ihre neuen Nachbarn zu empfangen.

Die ersten Flüchtlinge sind in diesen Tagen eingezogen. Nun muss geschaut werden, was es für Menschen sind, aus welchen Ländern sie kommen und was sie dringlich benötigen. Sind es mehr Familien mit Kindern, mehr Frauen oder Männer – die Bedürfnisse jeder Gruppe sind anders. Es macht wenig Sinn einfach Spenden vorbei zu bringen, so gut es auch gemeint sein mag. Die Lagerkapazität ist auf der Anlage nicht gegeben. Die Hilfe wird von Veronika Mampel, Koordinatorin der Flüchtlingshilfe, organisiert. Sie hat langjährige Erfahrungen und einen versierten Überblick über Möglichkeiten und Netzwerke sowie die ehrenamtliche Arbeit. Über die Seite http://www.steglitzhilft.de bekommen Sie die aktuellen Informationen über Aktivitäten, Hilfemöglichkeiten und Spendenwünsche. Ein erstes HelferInnentreffen findet am 11.9.2015 im KiJuNa – Kinder-, Jugend- und Nachbarschaftszentrum, Scheelestraße 145, 12209 Berlin statt. Bis dahin bitten wir um etwas Geduld – die Flüchtlingshilfe soll sinnvoll und gezielt beginnen.

steglitzhilft_din-langDer Tag der offenen Tür hat deutlich gezeigt, dass Flüchtlinge in Steglitz-Zehlendorf willkommen sind. Ein wunderbares Gefühl für den Beginn einer Arbeit, die für viele Menschen der Beginn in eine neue Zukunft sein wird.

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Fotos: ALGECO

Leitartikel der Homepage des Stadtteilzentrum Steglitz e.V.
vom 3. September 2015

Ein „Fest der Nachbarn“ von Nachbarn für Nachbarn

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Es gibt viele Gründe, warum sich Menschen in ihrem Wohnumfeld wohl fühlen, auch in einer großen Stadt. Es kann die schöne Lage der Wohnung sein, die gute Anbindung im Stadtgefüge oder eine schöne Lage mit angrenzenden Grünflächen. Manche schätzen einen kinderfreundlichen Kiez, andere wiederum gute Einkaufs- oder Freizeitmöglichkeiten. Völlig unabhängig, was jeder für sich selber als Wohlfühlfaktor im Kiez definiert, kann der Grund ganz einfach sein: Der Nachbar ist bekannt, hat einen Namen und mit der Zeit trifft man bekannte Gesichter, kann Grüßen und nette Gespräche führen. Es gibt viele Möglichkeiten nette Nachbarn kennenzulernen. Eine davon ist das „Fest der Nachbarn“, das in allen Berliner Bezirken neben vielen anderen, am 29. Mai zum zweiten Mal auf dem Ludwig-Beck-Platz in Lichterfelde gefeiert wurde.

Am Runden Tisch in Lichterfelde-West entstand die Idee auch in diesem Jahr auf dem Platz ein Fest zu feiern. Das Fest vom letzten September war allen Beteiligten noch in schöner Erinnerung geblieben. Bei der Terminsuche bot sich das Fest der Nachbarn, der European Neighbours Day, an. Das europaweit gefeierte Fest steht unter der Schirmherrschaft des Europäischen Parlaments, erfreut sich jährlich steigender Beliebtheit und wird seit 2012 durch den Verband für sozial-kulturelle Arbeit in Berlin koordiniert. Gründe genug sich zu beteiligen und unter Organisation und Koordination des Stadtteilzentrum Steglitz e.V. wurde schließlich fleißig geplant und organisiert. Es sollte ein Fest werden, bei dem sich Vereine, Einrichtungen, Einzelhändler, Organisationen … alle die im Kiez eine Rolle erfüllen, vorstellen, präsentieren und mit den Nachbarn ins Gespräch kommen möchten. 20 Marktstände wurden bestellt, die sehr schnell vergeben waren, Plakate und Handzettel verteilt und Aktionen für alle Generationen vorbereitet. Bald stand nur noch eins im Raum: Gutes Wetter bestellen und die Vorfreude!

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Vorfreude war das hauptsächliche Gefühl, das allen anzumerken war, die am Festtag ihre Stände schmücken. Das Wetter versprach einen regenfreien Nachmittag und pünktlich um 16.00 Uhr eröffnete Manuela Kolinski vom Stadtteilzentrum Steglitz e.V. die Feierlichkeit. Nicht nur die Stände luden zu Information, Gespräch und Austausch ein, daneben versprach ein Ablaufplan viel Abwechslung für Augen und Ohren. Zwischen den Darbietungen verschiedener Gruppen konnten sich die teilnehmenden Stände mit ihren Anliegen vorstellen, was von den meisten auch gerne in Anspruch genommen wurde.

Die Kreistanzgruppe aus dem Gutshaus Lichterfelde machten mit mehreren Tänzen den Anfang. Mit rhythmischen Bewegungen brachten sie das Publikum sofort in die richtige Stimmung. Da konnte kaum ein Fuß stillhalten und begeistertes Klatschen begleitete die Bewegungen und Lieder der Damen. Auch eine Zugabe wurde gefordert und schließlich luden die Tänzerinnen alle ein doch mitzumachen. Das machten auch viele – von Kindern, Eltern und vielen Senioren begleitet, fuhr selbst eine Rollstuhlfahrerin die getanzten Runden mit im Kreis. Da fällt es nicht schwer, sich das Lachen und die Stimmung auf dem kleinen Platz vorzustellen, oder?

Die Tanzmäuse aus dem KiJuNa, Kinder-, Jugend- und Nachbarschaftszentrum in der Osdorfer Straße, zeigten ebenso ihr Können, das sie seit vielen Jahren mit ihrer Tanzlehrerin Anjia gerne bei solchen Festen zeigen. Matthias Winnig ließ die Gäste bei einer Qi Gong Vorführung staunen. Die Mädchengruppe aus der Jugendfreizeiteinrichtung Albrecht Dürer in der Memlingstraße zeigten, mit was für modernen Tänzen Jugendliche ihr Publikum begeistern können. Das Zentrum für Yoga ließ wieder Staunen und zeigte Bewegungen, die kaum jemand ohne gute Anleitung und Übung zustande bringt, aber die richtige Adresse dafür war ja am Ort. Zu guter Letzt zeigte der Bläserkreis der Paulusgemeinde einen schönen Ausschnitt aus seinem Repertoire. Alles in allem, von den Vorstellungen der Teilnehmenden in eigener Sache eingerahmt, ein sehr abwechslungsreicher Nachmittag, der das Publikum bis zum Ende auf dem Fest begeisterte.

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Information, Gespräch und Austausch, den Nachbarn kennenlernen – sich mit dem Händler, den Gemeindemitgliedern, dem Seniorenservice oder den MitarbeiterInnen des Schülerclubs einmal ungezwungen unterhalten, war ein großes Anliegen des Festes. An jedem Stand fanden gute Gespräche statt. Interessante Fragen konnten beantwortet werden, Tipps gegeben, Verabredungen getroffen werden. Kennenlernen, Gesicht zeigen, Barrieren abbauen und zeigen, dass ein Kiez durch Geschichten, durch Miteinander, gegenseitigen Ergänzungen und Unterstützungen lebenswert wird, das war ein sehr gelungenes Unterfangen an diesem Nachmittag. Eine Malerin aus dem Einwohnerheim in der Klingsorstraße zeigte am ganzen Nachmittag ihr Talent und lud zahlreiche Kinder ein, es ihr gleich zu tun. Die Sozialarbeiterin aus der Flüchtlingseinrichtung gab Informationen und, wo notwendig, die Übersetzungen dazu. Und gerade alle Kinder, ganz gleich woher, zeigten in ihrer Mischung, dass sie egal ob bei Malen, Schminken, Tanzen oder Luftballon fliegen lassen, alle den gleichen Spaß hatten.

Wir sind uns sicher, die Nachbarn und Gäste dieses Festes grüßen einander, wenn sie sich wiedersehen. Die Teilnehmer der Stände zeigten sich sehr zufrieden und uns hat es ganz einfach richtig viel Spaß gemacht! An Spenden kamen 330 Euro zusammen, die einem Zweck der Kinder- und Jugendhilfe zugute kommen, der noch bestimmt wird. Also aufgepasst, wenn wir auch 2016 wieder zum Fest der Nachbarn einladen. Bis dahin wollen Sie vielleicht gar nicht so lange warten. Müssen Sie auch nicht … wir freuen uns über jeden Nachbarn, der Lust hat am Runden Tisch in Lichterfelde-West mitzureden.

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Fest der Nachbarn Teilnehmer 2015:
JFE Albrecht Dürer, Schülerclub Memlinge, Netti 2.0, Seniorenresidenz Bürgerpark, Die Piraten, SPD, CDU, Qi Gong – M. Winnig, Mrs. Sporty, ev. Paulus Gemeinde, Familienzentrum der Paulus Gemeinde, ADFC, Radfahrclub Lichterfelde, Senioren Service Peschke/Pasedach, HIBUDA, Runder Tisch Lichterfelde-West, Stadtteilzentrum Steglitz e.V., Jung fragt Alt e.V., Wohnheim Klingsorstraße, ImZentrumSein – Joga + Ernährungsberatung, Heimatverein Steglitz.

Termine Runder Tisch Lichterfelde-West 2015:
16.6.15, 8.9.15, 20.10.15 + 1.12.15, Info Manuela Kolinski, Telefon 030 84 41 10 40

Leitartikel der Homepage des Stadtteilzentrum Steglitz e.V.
vom 11. Juni 2015

Dem Kiez ein Gesicht geben und feiern!

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Mit dicken Regentropfen hat es angefangen, aber das sollte nicht so bleiben. Am Runden Tisch im Gutshaus Lichterfelde entstand die Idee ein Kiezfest auf dem Ludwig-Beck-Platz zu feiern und nun war es soweit. Ging der Aufbau der Marktstände noch mit Schirm und etwas schnelleren Schritten vonstatten, kehrte sich das Bild sehr schnell um. Pünktlich zum Festbeginn um 15.00 Uhr riss die Wolkendecke auf und die Sonne hatte beschlossen mitzufeiern. Mit dem Sonnenschein kamen die Besucher und der Ludwig-Beck-Platz in Lichterfelde füllte sich sehr schnell mit Leben.

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Jeder, der im unmittelbaren Kiez ein Geschäft, eine Einrichtung, eine Organisation vertritt, war aufgerufen teilzunehmen. So waren im Vorfeld die Stände schnell vergeben und bunter hätte die Mischung nicht sein können. Am 20. September wurde gefeiert und mit dem guten Wetter bevölkerten bald Nachbarn, Gäste und Teilnehmer den sonst eher ruhigen Platz. Information, Kennenlernen, Austausch und Gemeinsamkeit stand im Mittelpunkt des Nachmittags und wurde an 15 Marktständen präsentiert. Thomas Oppen und Jens Ihmann vertraten am ersten Stand die IhmannOppen GmbH. Design ist das große Thema der Firma, was sich in Produktdesign, Druck- und Webdesign widerspiegelt. Sie stellten ihre Ravensburger Spielfiguren vor und das Schachspiel für Kinder. Immer wieder standen die kleinen Besucher vor den hübschen Tierfiguren, deren Geräusche man mittels einem Stift hören kann. Auch das Schachspiel fesselte Kinder wie Eltern gleichermaßen. Frau Evouli Thiemer und ihr Mann vertraten die Markttreibenden des Platzes, die am Vormittag schon ihre Waren angeboten hatten. Sie warben für mehr Interesse und besonders für ein größeres Angebot auf dem Samstagsmarkt. Dies ist in der Nachbarschaft sehr gewünscht, denn besonders die älteren Anwohner erinnern sich gerne an den früher belebten Wochenmarkt. Und sehr oft vernahm Familie Thiemer die Aussage, dass Besucher gar nicht wussten, dass dort überhaupt ein Markt angeboten wird. Gleich daneben konnte man den Stand des Netti 2.0 besuchen. Andreas Oesinghaus und Roman Tismer stellten die kleine Internetwerkstatt am Hindenburgdamm 85 vor. In Verbindung mit dem gemeinnützigen Verein Computerbildung e.V. bieten sie allen Nutzern von digitalen Medien, Hilfe, Information und Unterstützung an PC und Laptop. Der geöffnete PC auf dem Tisch, der sein Innenleben preisgab, lud so manchen Besucher zu einem kleinen Fachgespräch ein. Am nächsten Stand stellte sich das Einwohnerheim in der Klingsorstraße vor. Eine kulinarische Mischung von Speisen unter anderem aus Ägypten und Syrien, zeigte die kulturelle Vielfältigkeit, die das Haus zu bieten hat und machte es fast unmöglich vorbeizugehen ohne zu probieren. Besonders schön war, dass dies kein Informationsstand war – hier konnte man sich kennenlernen, Kontakte knüpfen, Interessantes aus dem Haus erfahren. Die vielen Bewohner mischten sich mit ihren Kindern unter die Gäste und wurden eine große, bunte Bereicherung in der Vielfalt der Besucher. Gleich daneben standen Anna Blauert und Regina Hahn von der Seniorenresidenz Bürgerpark GmbH – Haus Steglitz, gleich an der Ecke der Klingsorstraße 121 bereit. Alles was sich um die Pflege im Alter und entsprechender Vorsorge drehte, konnte hier fachkompetent und sympathisch erfragt werden.

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Die Stadtteilgruppe Steglitz-Zehlendorf des ADFC ließ es sich ebenfalls nicht nehmen für ihr Anliegen zu werben. Bei den Treffen der Stadtteilgruppe, die sich jeden ersten Donnerstag im Gutshaus Lichterfelde trifft, sind interessierte Radlerinnen und Radler jederzeit gerne gesehen. Am nächsten Stand wurde es politisch, was so aber nicht ganz stimmt. Die CDU Lichterfelde warb für Bürgernähe und das Bürgerbüro am Hindenburgdamm 80. Christian Goiny und Heiko Köpke standen für Fragen bereit. Besondere Attraktion an dem Stand war an diesem Tag aber das Glücksrad, an dem so manch kleiner Gewinn erdreht werden konnte. Die Kieferorthopädische Praxis Kolberg am Hindenburgdamm 106 konnte so manches zur gesunden Ernährung und Zahnkunde beitragen. Dies natürlich mit Rätseln und Spaß. Unterstützt wurde Andrea Kohlberg durch ihren Mann, Marc Kohlberg, der den Besuchern eine besondere Attraktion bot: Eine Runde auf dem Platz mit einem Segwheel fahren – die beiden Räder mit Lenkstange waren den ganzen Nachmittag im Einsatz. Immer wieder konnte man staunen, wie schnell Interessierte nach einer kleinen Probe auf dem kleinen Gefährt schon eine Runde über den Platz fahren konnten.

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Faszination Netzwerken war das zentrale Thema des Standes an dem Silke Landgraf mit Mann und Michael Ebbinghaus zu Austausch, Kommunikation und Kennenlernen einluden. „Kontakte knüpfen – Kontakte pflegen“ ist der Leitspruch des berlinweiten Netzwerks, dass allen Bürgern offen steht. Einen Schritt weiter kamen wieder die Kinder zum Zuge. Antonija Soldo und Joanna Konojacky, Erzieherinnen der Kita Schlosskobolde im Gutshaus Lichterfelde, schminkten viele kleine Prinzessinnen, Elben, kleine Helden und wilde Tiere. Die wartenden Eltern bekamen gleich daneben ein Stück leckeren Kuchen aus dem Nachbarschaftscafé des Gutshauses und auf Wunsch Informationen und Auskünfte über das Stadtteilzentrum Steglitz e.V., dass den organisatorischen Rahmen für das Fest geboten hatte, und den Runden Tisch im Gutshaus Lichterfelde.

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Unterbrochen wurde die Standreihe vom kleinen Pavillon auf dem Ludwig-Beck-Platz. Eigens für diesen Nachmittag öffnete Herr Friedl den Betrieb, so dass alle Besucher eine schöne Tasse Kaffee oder die Kinder ein Eis bekamen. Die JFE Jugendfreizeiteinrichtung Albrecht Dürer und der Schülerclub Memlinge teilten sich einen Stand und boten unter anderem mit Klingeldraht, Riechspiel, Suchtbrille, verschiedene Spiele an und stellten sich allen Fragen zur Einrichtung oder grüßten die vielen Freunde und Bekannten des Hauses, das auf eine lange Tradition im Kiez zurück blicken kann. HiBuDa ist die Abkürzung für die Händlergemeinschaft am Hindenburgdamm. Jeder im Kiez kennt ihre Geschäfte und nutzt sie. Thomas Gralla (Buchhandlung Gralla), Annegret Lenz (Tintenfass und Feder), Detlev Bosse (Eisenwarenhandel Bosse), Jürgen Nastali (Farben, Lacke, Tapeten) und Caroline Sahmel (CS-Haarstudio) setzten ein deutliches Zeichen, dass Kieznähe und Handel unbedingt zusammengehören. Herr Nastali mischte das ganze Fest hin und wieder sehr gekonnt und sympathisch mit seinen Klängen auf der großen Conga auf. Und weiter ging es mit der Paulus-Gemeinde, die unterstützt mit einer netten Bowle die Arbeit der Kirchengemeinde und der Bücherstube vorstellten. Auch an diesem Stand war ein reges Kommen und Gehen zu beobachten – man kennt sich, grüßt sich, unterstützt und freut sich über Gemeinsamkeiten. Den gekonnt orangeroten Abschluss boten die Piraten Partei mit ihrem Stand, der konsequent dekoriert war. Sie hatten den Hit in der Sicht der Kinder zu bieten: Lange orangerote Luftballons, die in Form von Tieren, Blumen und Laserschwertern den Markt in Kinderhänden orange gestalteten. Und so mancher Laserschwert-Kampf wurde ausgefochten, der vielen Erwachsenen ein Lächeln entlockte.

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Die bunte Mischung der Stände, die Vielzahl der Besucher und die schöne Atmosphäre des Festes sind besonders zu betonen. Es kam sehr gut an und viele Besucher entdeckten Bezüge zum Kiez, die sie vorher nicht hatten. Auch unter den Teilnehmenden entstand eine Vertrautheit, der Kiez bekam ein Gesicht. Zum Beispiel werden sich Herr Nastali von der HiBuDa und Herr Oesinghaus von ComputerBildung e.V. sicherlich noch lange und fröhlich an ihr gemeinsames Spiel auf der Conga erinnern. Überall saßen die Besucher in Gruppen zusammen, überall fanden Gespräche und Kinderspiel statt. Die jungen Männer aus dem Einwohnerheim hatten Musik mitgebracht und auch kleine Tanzeinlagen trugen zur fröhlichen Stimmung bei. An den Ständen konnte durchgehend ein reges Treiben beobachtet werden. Besonders gefreut hat die Teilnehmenden auch der Besuch von Frau Richter-Kotowski, Bezirksstadträtin für Bildung, Kultur, Sport und Bürgerdienst, die für jeden Stand einen aufmerksamen Blick und nettes Wort hatte.

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Dem Anliegen des Festes, für die Wiederbelebung des schönen Platzes zu werben, den Runden Tisch im Gutshaus Lichterfelde bekannt zu machen und den Teilnehmenden eine bürgernahe Plattform zu geben, konnte in schöner Stimmung Rechnung getragen werden. Ob Firma, Handel, Verein oder Partei – es sind Menschen, die dahinter stehen, die sich bekannt machen möchten, untereinander kennenlernen wollen, gemeinsam etwas auf die Beine stellen wollen – letztendlich mit dem gemeinsamen Ziel, dass sich alle im Kiez wohlfühlen und jeder weiß, wer was macht und wofür er steht. An den Ständen standen am Nachmittag bunte Spendendosen bereit, die eine kleine hübsche Summe ergaben. Davon wird im Rahmen des Runden Tisches den Kindern des Einwohnerheims ein Spielzeugwunsch erfüllt. Am Runden Tisch werden wir weithin überlegen, wie man die Bewohner des Kiezes für diesen Platz begeistern kann, sie aus den Häusern bekommt und so Gemeinschaft und Kiezgeschehen fördern kann. Interesse und Bereitschaft dazu ist reichlich vorhanden, das hat das Kiezfest deutlich zeigen können. Berlin ist zwar eine Großstadt, doch hat jeder Kiez sein eigenes Flair und diesmal bekam er Gesicht, Geselligkeit und ein schönes Miteinander. Auf die Wiederholung des Festes im nächsten Jahr darf man sich jetzt schon freuen – und wer mitmachen möchte – am Runden Tisch ist immer ein Platz für Sie frei!

Leitartikel der Homepage des Stadtteilzentrum Steglitz e.V. vom 25. September 2014