Die Farben des Lebens …

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Ein junges Mädchen versucht seine Freundinnen dazu zu bewegen, etwas gemeinsam zu unternehmen. Die sehen jedoch alle auf ihre Smartphones und sind vollkommen unempfänglich für gemeinsame Beschäftigungen. Letztendlich gelingt es dem Mädchen dann doch die Mädchen zu begeistern, sie haben Spaß und die Welt wird wieder vollkommen farbig. Der kleine Film ist im Kinder- und Jugendhaus Immenweg, des freien Trägers Stadtteilzentrum Steglitz e.V., entstanden. Für einen Wettbewerb gedacht, durfte er nur 99 Sekunden lang sein, in denen es bestens gelungen ist das Thema aufzugreifen und zu lösen. Hier ist die etwas längere Version gezeigt.

Der Film hat mich von Anfang an begeistert und angesprochen. Er ist sehr ästhetisch und zeigt in schönen Bildern die düstere wie schöne Stimmung. Ich war richtig froh und musste lächeln, als ich ihn das erste Mal sah. Zudem zeigt er für mich verschiedene Facetten auf, über die sich das Nachdenken in meinen Augen sehr lohnt.

Der Blick auf Kinder- und Jugendarbeit
Ich denke, dies ist für mich als Außenstehende, ein großartiges Beispiel für gelungene Kinder- und Jugendarbeit. Kinder werden über das Medium „Film“ für eine Sache begeistert und animiert dabei mitzumachen. Es wird ein sehr aktuelles Thema bearbeitet und kann besprochen werden. Durch das Element „Wettbewerb“ wird unter anderem der Ehrgeiz geweckt und schließlich das Gefühl „Stolz“ bei Kindern wie auch Betreuern hinterlassen. Etwas Gemeinsames ist geschaffen, das so schön ist, dass man es in aller Welt zeigen kann. Ich könnte mir vorstellen, dass es sehr leicht ist, diese Kinder noch einmal für eine ähnliche Aktion zu begeistern. Hier wurde mit Spaß Handlung und Inhalt vermittelt. Ich finde es klasse, KollegInnen zu haben, die so etwas können und mir einen kleinen Blick in ihre Arbeit erlauben.

Der Blick auf die Jugend
Es ist für Kinder heute sicherlich schwierig in der Welt der neuen Medien zurecht zu kommen. Vor allen Dingen das richtige Maß zu finden und die technischen Möglichkeiten richtig zu nutzen. Sie müssen in meinen Augen frühstmöglich lernen sinnvoll und mit nötiger Vorsicht die Medien zu handhaben. Dabei muss ihnen auch beigebracht werden, was sinnvoll und was maßvoll ist. Wegzudenken sind Dinge wie Computer, Internet, soziale Netzwerke und Smartphones nicht mehr aus ihrer Welt. Aber bei dem pauschalen Urteil, dass alle Jugendlichen heutzutage nur noch am Smartphone hängen, habe ich arge Bedenken. Jugendliche heutzutage sind genauso wenig schlimm wie Jugendliche vor 20 oder 50 Jahren. Nur wachsen Jugendliche heute anders auf als wir es taten. Sie kommunizieren anders, sie spielen anders und sie wachsen in eine veränderte Welt.

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Der Blick aus der Sicht der Erwachsenen
Und wenn wir ehrlich sind: Ich habe mich selbst schon einmal erwischt, dass ich im Fahrstuhl stand und sich nichts bewegte, weil ich geschwind meine Nachrichten auf dem Handy „checken“ wollte. Ich hatte schlicht den Knopf nicht gedrückt. Oder dass ich meine Tochter über WhatsApp zum Essen gerufen habe, aus Faulheit in den Dachboden hochzugehen.

Ich denke, es ist die Aufgabe der Erwachsenen die Kinder in ihrer Welt zu begleiten. Wir sind diejenigen, die ihnen Inhalte und Richtungen zeigen müssen. Wir können sie mit „ihrem“ Internet oder „ihren“ Smartphones alleine lassen. Oder, wir können sie bestmöglich damit begleiten und sie unterstützen.

Ich verstehe Eltern, die große Angst vor diesen Dingen haben, wenn sie selber wenig darüber wissen. Aber in dem Fall gibt es ausreichende Möglichkeiten, sich zu informieren und zu schulen. Auch muss ich als Erwachsener dafür sorgen, dass meine Kinder Interessen und Hobbys ausbilden und sie darin bestärken. Ich muss ihnen zeigen, dass es beides gibt – die reale Welt  und die Netzwelt. Wenn mein Kind nie sieht, dass ich ein Buch lese, wird es kaum von selber lesen. Und bei allen Kita-Englischkursen, Frühförderungen, Musikschulen und frühsten Talentschmieden, verstehe ich bis heute nicht, dass man nicht schon in der Grundschule Internet-Kenntnisse ausbildet, die Kinder spätestens beim ersten Referat – noch auf der Grundschule – brauchen. Ganz zu schweigen, wenn sie einmal in den Beruf gehen und wir Erwachsenen uns schon langsam auf die Rente vorbereiten.

Was ich an dem Film aber besonders gut finde ist, dass er Gespräche über diese Problematik anregt und Diskussionen entfachen kann. Denn nur im Dialog kommen sich Generationen näher und können zwischen Vorstellungen der einen und Wünschen der anderen vermitteln.

Meine Meinung!

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„Es gehört daher zu den grundlegenden Erziehungsaufgaben der Eltern, ihren Kindern den richtigen Umgang mit den Medien zu vermitteln. Diese Medienkompetenz müssen Kinder genauso erlernen wie Lesen und Schreiben. Daher sollten Eltern sich mit Medien auskennen und auch mit ihnen umgehen können. – See more at: http://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/medienkompetenz.html#sthash.e5zbZ1eM.dpuf

Nützliche Links zur Information für Kinder-, Jugendliche und Eltern:
http://www.mimikama.at/
http://www.klicksafe.de/
http://www.schau-hin.info/
http://www.internet-abc.de/eltern/home.php

Einen herzlichen Dank an Jörg Backes, Projektleiter des Kinder- und Jugendhaus Immenweg, der mich bei diesem Beitrag unterstützt hat.

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