Der beste Freund …

Hundehaltung in der Stadt – mit Sicherheit keine einfache Sache.

Der Golden Retriever ist allgemein als Familiehund und für sein ruhiges Gemüt bekannt. Aber auch dieser hübsche Gefährte kann ohne vernüftige Erziehung für seine Familie zur Belastung werden und mit seinen starken Zähnen schmerzhafte Bisse verursachen.

Der Golden Retriever ist allgemein als Familiehund und für sein ruhiges Gemüt bekannt. Aber auch dieser hübsche Gefährte kann ohne vernüftige Erziehung für seine Familie zur Belastung werden und mit seinen starken Zähnen schmerzhafte Bisse verursachen.

Untersuchungen belegen, dass Hundehalter deutlich weniger Herzinfarkte erleiden, auffällig weniger stressanfällig sind und grundsätzlich gesünder leben. Dennoch ist der gesundheitliche Aspekt wohl der seltenste Grund, sich so einen flauschigen Spielkameraden ins Haus zu holen und damit eine jahrelange Verantwortung – auch der Gesellschaft gegenüber – zu übernehmen.

Hundebesitzer sind gefordert, das Zusammenleben mit ihrem Vierbeiner so zu gestalten, dass kein anderer belästigt, beeinträchtigt oder gar verletzt wird. Er trägt die Verantwortung, sein Tier so zu verstehen, dass der Grundgehorsam erfolgreich gelernt werden kann und eine Beeinträchtigung all derer vermieden wird, die Hunde ganz einfach nicht leiden können oder auch Angst vor ihnen haben.

Aber auch hier können nur durch gegenseitige Rücksichtnahme und Verständnis Konflikte vermieden werden. Ärger entsteht, wo beispielsweise ignorante Hundeliebhaber ihren Lieblingen unkontrollierten freien Lauf lassen, Hinderlassenschaften liegen lassen und so tun, als ob ihr Tier keine Zähne hat. Nur wer die Natur und das Wesen des Hundes versteht, ihn zu Gehorsam erzieht, ängstliche Menschen, Kinder, Jogger und Radfahrer respektiert, kann letztendlich auch mit Freude und gutem Gewissen seinen Hund in der Stadt ausführen.

Aber auch die anderen, die ohne Hund leben, sollten ein paar Regeln kennen, zur eigenen Sicherheit und aus Respekt dem Tier gegenüber. Hunde verstehen keine Sprache, sie kennen nur eindeutige Laut- oder Sichtzeichen. Sie reagieren auf Körperhaltungen, Bewegungen und letztendlich – ganz wichtig – sie spüren Emotionen. Merkt ein Hund Angst bei einem Menschen, wird er automatisch der dominantere Part und der Mensch seine Beute. Es ist fast unmöglich einem Hund seine Stimmung zu verbergen, aber mit ein paar kleinen Tricks, kann man sie dennoch bestens ablenken und einer Konfrontation aus dem Weg gehen, sollte, warum auch immer, der Hundehalter nicht in der Nähe sein.

Wenn Sie einem freilaufenden Hund begegnen … wird er sich in der Regel nicht für Sie interessieren. Da bietet die Natur spannendere Gerüche und Geräusche als so einen unbekannten Menschen. Sollte er doch aktiv auf Sie zukommen, sollten Sie sich nicht über ihn beugen und ihn streicheln. Versuchen Sie möglichst ruhig und entspannt zu bleiben. Gehen Sie ruhig weiter, schauen Sie ihm nicht in die Augen und vermeiden Sie ruckartige Bewegungen oder Fuchteln mit den Armen. Sie dürfen auf gar keinem Fall nach ihm treten, das versteht er als Aggression. Je ruhiger und selbstsicherer Sie auftreten, desto schneller verliert er das Interesse an Ihnen. Laufen Sie ganz normal weiter, Wegrennen versteht er als Flucht oder Spiel.

Wenn Kinder Hunden begegnen … kann es schnell gefährlich werden, wenn sie ein paar wichtige Grundregeln nicht kennen. Kleinen Kindern sollte man frühzeitig bewusst machen, dass Hunde, gleich welcher Größe, gefährlich werden können, besonders, wenn man sie erschreckt oder ärgert. Aber ein grundsätzliches Angstmachen ist ebenso fatal, wie alle Hunde „süß“ finden. Kinder sollten lernen, sich in Gegenwart eines Hundes ruhig zu verhalten, besonders, wenn sie ihn nicht kennen. Ein fremder Hund darf nur gestreichelt werden, wenn der Besitzer vorher gefragt wurde. Und auch dann reicht man erst dem Hund die Hand, damit er schnuppern kann. Dann darf gestreichelt werden, aber auch für Kinder gilt, sich nicht über den Hund zu beugen, ihn festzuhalten oder ihm in die Augen zu schauen. Heftiges Spielen sollte in jedem Fall vermieden werden, bei dem ein Kind stürzen kann und hinfällt. Hier sollten Erwachsene rechtzeitig eingreifen und die Situation wieder beruhigen. In einer bedrohlichen Situation sollte das Kind lernen, möglichst ruhig stehen zu bleiben und die Arme am Körper zu halten. Auch Spielsachen oder Dinge in der Hand sollte es fallen lassen, um für den Hund uninteressant zu werden. Lautes Schimpfen mit Kind, Hund oder Hundebesitzer ist in einer bedrohlichen Situation nicht hilfreich, bewirkt eher das Gegenteil, nämlich, dass der Hund beschützen will. Im Ernstfall, wenn ein Kind angegriffen wird, muss es sich zusammenrollen, mit den Armen Nacken und Gesicht schützen. Diese Verhaltensweisen müssen mit dem Kind in einer ruhigen Situation besprochen werden. Aber – ein Kind darf niemals mit einem Hund alleine gelassen werden.

Wenn Hunde einem Jogger hinterher laufen … sind diese zu Recht meist sehr verärgert. Aber sie entsprechen mit ihren Bewegungen einem Beutetier. Sollte ein Hund ihnen nachlaufen und bellen, laufen Sie immer langsamer in gleichbleibenden Bewegungen. Nicht mit den Armen fuchteln und ruhig atmen. Lässt er nicht von Ihnen ab, bleiben Sie stehen, reden Sie ruhig mit ihm und geben Sie deutlich den Befehl „Sitz“ oder „Platz“. Dabei sehen Sie ihn kurz an und deuten auf den Boden. Gehen Sie anschließend ruhig weiter.

Wenn der Hund einen Radfahrer jagt … gilt das gleiche wie bei dem Jogger. Fahren Sie immer langsamer, bis Sie zum Stillstand kommen. Reden Sie ruhig mit ihm und geben Sie den Befehl „Sitz“ oder „Platz“ – die meisten Hunde können das. Sie sollten aber als Radfahrer auf keinen Fall versuchen, unüberlegt auszuweichen oder schneller zu werden, das zieht eher eine Verletzung nach sich als durch den Hund.

Wenn Hunde Hunden begegnen …  gilt am Besten – Finger weg. Die meisten Hunde regeln das von alleine und wollen ihren Artgenossen nur begrüßen. Die Begrüßung, ohne dass einer der Hundeangeleint ist, ist auch meist friedlich. Mit Leine wird es schon schwieriger und da kommt es auf die Kenntnis des Hundehalters seines Hundes an. Sollte es doch zu einer Beißerei kommen, ist Dazwischengehen meist gefährlicher als es der Anlass wert ist und eher werden Sie verletzt als der Hund, dies ist wirklich gefährlich.

Wissen muss man im Umgang mit Hunden, dass Hunde Rudeltiere sind und eine Rangordnung brauchen, um sich wohlzufühlen. Je dominater, ruhiger und selbstsicherer der Mensch ihm begegnet, desto ruhiger verhält sich auch der Hund. Hunde, die sich auffällig verhalten oder unangenehm auftreten, spiegeln die Erziehungsfehler ihrer Halter wieder. Wenig bekannt ist, dass Hunde bis ins hohe Alter lernfähig bleiben und Verhalten korregiert werden kann.

Letztendlich gilt, dass ein gut erzogener Hund seinem Halter viel Freude machen kann, Gesundheit erhält und Kontakte schafft. Solch ein Hund wird auch nicht zum Ärgernis für andere Menschen und fügt sich bestens ins Stadtbild ein. Aber auch für die Nicht-Hundefreunde gilt – ein bisschen Entgegenkommen und Verständnis für den Hundefreund, ein bisschen Kenntnis des Hundedenkens macht den Hund letztendlich doch zum besten Freund des Menschen.

 

Stadtteilzeitung Steglitz-Zehlendorf – Nr. 157, Mai 2012

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