Bilder einer Ausstellung

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Schwarzlicht-Aufführung mit den Kindern der Peter-Frankenfeld-Schule

Aufgeregtes Gemurmel geht durch den Vorraum der Mehrzweckhalle der Peter-Frankenfeld-Schule. Mehrere Grundschulklassen haben sich versammelt, um eine ganz besondere Aufführung anzusehen. Sie werden in die Mehrzweckhalle hereingelassen und der abgedunkelte Raum lässt schon vermuten, dass eine Schwarzlicht-Aufführung auf dem Programm steht.

„Bilder einer Ausstellung“ – Erinnerungen an Viktor Hartmann, eine Komposition von Modest Mussorgski aus dem Jahr 1874, ist das Thema der nächsten Stunde. Die einzelnen Sätze der Komposition beschreiben Gemälde und Zeichnungen des verstorbenen Freundes Mussorgskis. Das ganz Besondere an dieser Aufführung ist, dass die Darsteller ausschließlich Schüler der Peter-Frankenfeld-Schule sind, Schülerinnen und Schülern mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen, das heißt bewegungs-, sozial-emotional beeinträchtigte und schwerstmehrfachbehinderte Kinder mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung.

Bis es zu dieser Aufführung kommen konnte, bedurfte es einer langen Vorbereitungszeit. Es ist das fünfte geförderte Projekt der Schule, das mit Mitteln aus dem Projektfond Kulturelle Bildung 2013 vom Kulturamt Steglitz-Zehlendorf durchgeführt werden konnte. Zur Bewilligung musste ein ausführlicher Antrag geschrieben werden, welcher den sonderpädagogischen Schwerpunkt mit den Lernbereichen Kunst, Musik, Tanz, Rollstuhltanz, Basale Förderung, Sachkunde, Darstellendes Spiel beschreibt. So konnten Pädagogen und Schülerinnen und Schüler nach Bewilligung in der 10 monatigen Projektzeit fächer- und klassenübergreifend auf das Ziel, die gemeinsame Vorstellung, hinarbeiten.

Der Gnom, das Ballett der Küchlein in ihren Eierschalen und die Hütte der Hexe Baba Jaga sind drei von 10 Szenen, die für das Projekt ausgewählt wurden. Die Schülerinnen und Schüler konnten daran je nach Leistungsvermögen in den unterschiedlichsten Bereichen ihr Können proben und schließlich beweisen. Im Vordergrund natürlich in musikalischer Richtung. Wahrnehmen und Hören, Erkennen von Instrumenten und die motorische Umsetzung von Klangfolgen stand hier im Fokus. Künstlerisch war das Malen und Gestalten des Bühnenbildes, der Bilder und der Kostüme gefordert. Aber auch die Förderung der sozialen Aspekte und des Miteinanders unter der Schülerschaft brachten hinsichtlich des Wir-Gefühls, der Steigerung des Selbstbewusstseins und Selbstvertrauens durch vielfältige Ausdrucksmöglichkeiten individuelle Lernerfolge den Kindern näher.

Der Zuschauer, eben die Grundschulkinder und einige Erwachsene, werden in die Schwarzlichtwelt entführt. Die Darsteller sind aufgeregt, die Stimmung gespannt, es wird dunkel, Mussorgskis Musik ertönt und Kinder mit neonfarbenen Kostümen fangen an, sich zu bewegen. Jede Szene wird mit einem kleinen Text von einem Kind vorgestellt. Den Anfang macht die Promenade der schwerstmehrfachbehinderten Kinder in ihren Rollstühlen, die an den neonfarbenen Bildern vorbei flanieren. Die Szenen des Gnoms, der Küken und der Hexe sind vornehmlich von viel Bewegung bestimmt, eingerahmt von den Promenaden, die Ruhe in das aufregende Stück einfl ießen lassen. Der Zuschauer hat keine andere Möglichkeit als zu staunen, macht man sich vor allem die enorme Leistung bewusst, Kinder so unterschiedlicher Leistungsvermögen in einem Musikstück zu einer erfolgreichen Aufführung zusammen zu führen. Christine Lamousé, Lehrerin an der Peter-Frankenfeld-Schule, und Ingrid Heilmann, Kunstpädagogin, sowie Kolleginnen und Kollegen, die bei der Gestaltung und dem guten Gelingen dieses Projektes tatkräftig mitgeholfen haben, haben dieses Erlebnis möglich gemacht.

Beide laden zur nächsten Schwarzlicht-Aufführung „Mussorgsky – Bilder einer Ausstellung“ am Mittwoch, den 15. Januar und 19. Februar 2014 um 10.30 Uhr in die Mehrzweckhalle der Peter-Frankenfeld-Schule, Wedellstr. 26, 12247 Berlin, ein. Zwecks besserer Planung wird um Voranmeldung gebeten: Telefon 030 772 06 560 oder info@peter-frankenfeld-schule.de. Einen Wunsch hat Christine Lamousé dabei besonders. Sie würde sich wünschen, dass neben Kindern auch Erwachsene und Senioren zu den Vorstellungen kommen. Wer einen Eindruck gewinnen möchte, welch ein Potential in diesen besonderen Kindern steckt, sollte sich die Gelegenheit, zu staunen und diese außergewöhnliche Vorstellung anzusehen, nicht entgehen lassen!

Stadtteilzeitung Steglitz-ZehlendorfNr. 173 • Dezember 2013/Januar 2014

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