Die Welt verbessern …

monika_ehrenamt

… im Rahmen bestehender Regeln.

Im gesellschaftlichen Zusammenleben gibt es Situationen, bei denen zuweilen staatliche Möglichkeiten zu lange dauern und ehrenamtliches Engagement notwendig wird. Dies konnte in den letzten Jahren insbesondere in der Flüchtlingsarbeit beobachtet werden. Kritiker des Ehrenamtes sind dann schnell dabei zu bemängeln, dass dadurch dem Staat Aufgaben zu Lasten der Bürger abgenommen werden, für die er ohnehin schon Steuern bezahlt. Dabei wird gerne vergessen, dass speziell ein Ehrenamt unter vielen anderen Vorteilen eine menschliche Qualität besitzt, die eine staatliche Institution gar nicht leisten kann. Steglitz-Zehlendorf ist ein Bezirk, der diese menschliche Qualität des Ehrenamts erkannt hat, sie besonders fördert und eine Ansprechpartnerin benannt hat, die sich eigens um ehrenamtliche Aufgaben und Entwicklungen im Bezirk kümmert. Nina Scholz ist Koordinatorin für ehrenamtliches und bürgerschaftlichen Engagement und sich der Vielfältigkeit ihrer Aufgabe bewusst.

Die diplomierte Verwaltungswirtin hat einen abwechslungsreichen Weg durch die Ämter bis zu der heutigen Stelle durchlaufen. Von der Studentin und Beamtinnenanwärterin zum Sozialamt, in dem sie Einblick in alle Bereiche der Hilfeleistungen bekommen konnte. Später kam sie über den Stellenpool des Bezirksamtes zur Wirtschaftsförderung. Hier war die Existenzgründungsberatung und die Betreuung von Standortgemeinschaften des Handels die Hauptaufgabe. Wurde beispielsweise das Seydlitzstraßenfest geplant, gehörte es zu ihren Aufgaben seitens des Bezirks die nötige Straßensperrung zu beantragen. Im Rahmen von Neuorientierung konnte Nina Scholz im Dezember 2013 eine Stelle im Büro des Bezirksbürgermeisters besetzen, die es in dieser Form vorher noch nicht gab und auch Teilbereiche aus der Wirtschaftsförderung blieben ihr am neuen Platz erhalten. Diesen neuen Arbeitsplatz konnte sie mit viel Kreativität füllen. Die Bandbreite der Aufgaben wurde ihr besonders klar, als sie für den sehr gut strukturierten Internetauftritt sorgte. Dieser Internetauftritt gibt einen guten Überblick über ihren Fachbereich, beantwortet viele Fragen und besticht durch vielfältige Informationen.

Insbesondere ein Detail fällt mit den Kontaktdaten auf der ersten Seite des Internets auf: Nina Scholz ist jederzeit ansprechbar. Als Vertreterin des Bezirksbürgermeisters in der Freiwilligenagentur des Bezirks, in der das Bezirksamt, der Mittelhof, das Deutsche Rote Kreuz und das Diakonische Werk Steglitz und Teltow-Zehlendorf e.V. zusammengeschlossen sind. „Tun Sie was für sich und andere!“ ist das Motto der Agentur, die in der Düppelstraße als Vermittlungsagentur für Menschen fungiert, die sich freiwillig engagieren wollen. Zweimal im Monat können Interessierte hier mit Nina Scholz ins Gespräch gehen, ihre Vorstellungen mit dem passenden Angeboten abgleichen oder erfahren, wo man das passende Ehrenamt finden kann, auf die eigenen Interessen und Fertigkeiten abgestimmt. In den Sprechstunden kann man neue Ideen entwickeln und in der Bandbreite der sozialen oder kulturellen Bereiche das richtige finden. Haupt- und ehrenamtliche MitarbeiterInnen der beteiligten Träger kümmern sich nicht nur um die Beratung der Freiwilligen. Auch Einrichtungen, die mit Freiwilligen arbeiten, um die erforderlichen Rahmenbedingungen korrekt zu gestalten, werden unterstützt. Denn auch hier hat man längst erkannt, dass das Ehrenamt und der Mensch dahinter gut betreut sein muss, damit es letztlich ein Gewinn für Gesellschaft und Bezirk werden kann.

Die Erreichbarkeit und eine gute Vernetzung im Bezirk sind wichtige Aspekte der Arbeit von Nina Scholz. Nur wenn sie selber gut informiert ist, kann sie diese Informationen auch gezielt weitergeben. Alle Belange um die Flüchtlingsarbeit werden immer wieder abgefragt. Hier sind die häufig stellten Fragen, wo man sich engagieren, spenden oder minderjährigen Flüchtlingen helfen kann. Wohin wende ich mich, wenn ich Wohnraum anbieten möchte. Unterkünfte für Geflüchtete gibt es zahlreich im Bezirk und es versteht sich von selbst, dass nicht jeder, der helfen möchte direkt in die Einrichtungen gehen kann. Nina Scholz kennt die Ansprechpartner, die die Bedarfe und Belange der jeweiligen Einrichtung kennen und gezielt abschätzen können, ob und welches Ehrenamt unterstützend sein kann. So kann vermieden werden, dass gut gemeinte Hilfeangebote ins Leere laufen und letztlich niemandem nutzen bzw. die Motivation des Hilfswilligen trüben.

Wenn auch zeitaktuell, ist die Flüchtlingshilfe nur ein Punkt in der Bandbreite der Betätigungsmöglichkeiten für Freiwillige. Nachbarschaft, Kinder, Familie, Natur, Umwelt, Sport, Kultur, Bildung … nahezu kein gesellschaftlicher Bereich lässt die Möglichkeit des ehrenamtlichen Engagements aus. Was sich im Sport und im Schulbereich oft durch Elternarbeit ergibt, muss in anderen Bereichen behutsam aufgebaut und gefördert werden. Beispielsweise Seniorenheime freuen sich immer über Unterstützung bei der Beschäftigung ihrer Schutzbefohlenen. Vorlesen, Karten spielen oder kleinere Spaziergänge sind zeitaufwendig und können vom Personal nicht geleistet werden. Die Dankbarkeit der Senioren ist für den Ehrenamtlichen ein schöner Lohn, aber auch hier muss erst einmal Vertrauen aufgebaut und gefestigt werden. Dem Baum und Baumpaten nutzt nicht das einmalige Gießen und eine wirkliche Partnerschaft wird es nur, wenn die Vorgaben der Pflegevorschriften des Grünflächenamtes gehalten werden. So kann der Ehrenamtliche unterstützend einen Bereich abdecken, der vom Amt nicht geleistet werden kann. Ist das Ehrenamt im Katastrophenschutz, im Sanitätsdienst oder der Feuerwehr schon lange gesellschaftlich verinnerlicht, sind viele andere Bereiche noch unbekannt oder neu zu erdenken. Gemeinsam ist allen ein großer Bedarf an Menschen, die persönliche Zeit der Gemeinschaft zur Verfügung stellen und auf diese Weise Zusammenleben aufwerten.

ninascholzWie wertvoll dem Bezirk dieses Engagement ist, zeigt sich in einer weiteren Aufgabe von Nina Scholz. In Absprache mit dem Bezirksbürgermeister ist sie für die Vergabe von F.E.I.N. Mitteln verantwortlich. F.E.I.N. bedeutet Förderung von ehrenamtlichen Engagement in Nachbarschaften. Gefördert werden Maßnahmen, die die öffentliche Infrastruktur verbessern und aufwerten. Für das Gemeinwesen wichtige Einrichtungen sollen im Sinne der sozialen Städteentwicklung verbessert werden. Dazu zählen Schulen einschließlich Horte, Kindertagesstätten, Begegnungsstätten und Nachbarschaftsheime, Seniorenfreizeiteinrichtungen, sonstige soziale Einrichtungen, Sportanlagen, Grünanlagen, öffentliche oder öffentlich zugängliche Straßen und Plätze. Will eine Bürgerinitiative beispielsweise einen öffentlichen Platz pflegen und Beete bepflanzen, kann sie formlos einen Antrag auf Unterstützung stellen. Zu benennen ist, was geplant ist und wie hoch in etwa der zu erwartende Kostenaufwand wird. Mit etwas Glück werden die Mittel bewilligt und durch die Pflanz- und Pflegeaktion keine privaten Geldbeutel strapaziert. Das Engagement wird unterstützt und das öffentliche Leben aufgewertet. Speziell bei der Förderung lohnt sich der Blick in die Internetseite, die gut erläutert, wie es geht. Bleiben dann noch Fragen offen – Frau Scholz ist, wie berichtet, gut erreichbar.

Die persönliche Unterstützung und Beratung der Ehrenamtlichen, die Vernetzung ehrenamtlichen und bürgerschaftlichen Engagement im Bezirk, Förderung durch Sachmittel, die Pflege von Partnerschaften und nicht zuletzt auch die öffentliche Anerkennung ehrenamtlichen Engagements, sind Aufgaben die Nina Scholz mit Überzeugung ausfüllt. Sie möchte die Welt ein bisschen besser machen … im Rahmen der Regeln, die eine Gemeinschaft und ein Bezirk vorgeben muss. Aber, sagt Nina Scholz, wer die Regeln kennt, kann sie auch bestens anwenden!

Koordinatorin für ehrenamtliches und bürgerschaftliches Engagement: Nina Scholz

Telefon: (030) 90 299 – 5943 (Sprechzeiten nach telefonischer Vereinbarung)
Kirchstr. 1/3, 14163 Berlin, Raum A 143
http://www.berlin.de/ba-steglitz-zehlendorf/ueber-den-bezirk/ehrenamt/

Freiwilligenagentur Steglitz-Zehlendorf
Infocenter DRK,
Düppelstraße 36, 12163 Berlin
Telefon: 030 –79 01 13-0
freiwilligenagentur@berlin-suedwest.de
Öffnungszeiten: mittwochs,12.00 – 14.00 Uhr + donnerstags, 16.00 – 18.00 Uhr.

szs_mittelpunkt_september-2016_titelEin Beitrag aus dem Magazin „Im Mittelpunkt“ September/Oktober 2016 mit dem Leitthema „Bürgerschaftliches Engagement“

Das ganze Magazin könnt Ihr als eBook oder interaktives Pdf herunterladen, die gedruckte Version, einschließlich dem Einleger mit allen Veranstaltungen des SzS, gibt es in unseren Einrichtungen.

6 Kommentare zu “Die Welt verbessern …

  1. Flowermaid sagt:

    … ein wunderbar von dir gezeichnetes Porträt über die Wichtigkeit Ehrenamtlicher Arbeit und die sinnvolle Kanalisierung durch eine kompetente Frau! Beeindruckte Grüße an dich Anna und alle Ehrenamtlichen, Rita

    Gefällt 1 Person

  2. gkazakou sagt:

    danke für diesen Beitrag, den ich sehr anregend finde! Bei den ehrenamtlichen Tätigkeiten geht oft viel Kraft in bürpkratische Vorgänge, außerdem kommen sich alle möglichen Initiativen in die Quere, es entsteht ein Durcheinander, und keiner hat den Durchblick. Hier in Griechenland gibt es ein sehr weit gefächertes Freiwilligenwesen, das von verschiedenen Trägen, auch privaten Vereinen, Initiativen Einzelner, der Kirche etc betreut wird. Wenn es ein heißes Thema wie die Flüchtlinge gibt, wird dann meist auf der gesamtstaatlichen Ebene ein Koordinator eingesetzt, der aber völlig überfordert ist, da er die lokalen Verhältnisse nicht kennen kann. Die richtige Ebene ist die Gemeinde, die die verschiedenen Tätigkeiten anregt, koordiniert, bei der Realisierung unterstützt. LG

    Gefällt 2 Personen

    • Solche Beispiele gibt es hier natürlich auch. Ausgerechnet die Flüchtlingshilfe ist hier im ehrenamtlichen Bereich jedoch sehr gut organisiert nach anfänglichen Stolpern. Je persönlicher es vonstatten geht, desto effektiver ist es auch … wie ich es beschrieben habe. So eine Stadt kann sich ja gar nicht leisten auf’s Ehrenamt zu verzichten, also muss man es pflegen! 🙂

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  3. Anna-Lena sagt:

    „Dabei wird gerne vergessen, dass speziell ein Ehrenamt unter vielen anderen Vorteilen eine menschliche Qualität besitzt, die eine staatliche Institution gar nicht leisten kann. “
    Abgesehen von diesem hoffenungsvollen Portrait sticht mir dieser Satz ins Auge!
    Ich denke oft, staatliche Stellen sind oft nur noch in der Lage, eine Art Erste-Hilfe zu leisten, doch Wärme, Fürsorge und Engagement leisten die Ehrenamtlichen.

    Herzlich,
    Anna-Lena

    Gefällt 2 Personen

    • Genau so ist es … in einer Stadt, in der ich drei Monate auf einen Amtstermin warten muss, kann ich mir an drei Fingern ausrechnen, wie sehr die sich auf mich freuen. Ehrenamtliche müssen nicht – sie können und wollen den Menschen und ihrem Amt zugewandt sein … und davon gibt es so tolle Beispiele! Liebe Grüße!

      Gefällt 1 Person

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